Sonntag, Juni 16, 2019
Tutorials

Alles was man für den Druck von Mangas wissen sollte

ACHTUNG! Dieses Tutorial ist schon sehr alt. Schätzungsweise von 2010. Da es aber noch ab und zu aufgerufen wird, habe ich es mit auf meine neue Seite umgezogen. Die Aussagen darin sind auch heute noch gültig.

Ihr habt jahrelang geübt und nun ist es endlich so weit: Ihr steht kurz davor, euren ersten eigenen Manga rauszubringen! Aber was ist das?! Als ihr euren fertig gedruckten Manga in der Hand haltet, bestehen die Raster plötzlich nur noch aus seltsamen Kästchen und Mustern! Und dann sind auch noch alle Linien total verschwommen! Dabei sah am PC doch alles richtig aus!

Damit euch sowas nicht passiert, solltet ihr dieses kleine Tutorial durchlesen, bevor ihr mit eurem Manga anfangt. Beim Druck alles richtig zu machen ist eine schwierige Sache und wenn ihr nicht gerade die besten Technik-Asse seid, wird euch einige Male ziemlich der Schädel brummen, weil er so viele technische Daten auf einmal aufnehmen muss. Dazu kommt noch, dass viele Independent-Verlage (also die kleineren, teilweise nicht kommerziellen) selbst wenig Ahnung davon haben, wie man Druckdateien richtig anlegt. Lasst euch aber von all dem nicht entmutigen, mit ein bisschen Experimentierfreudigkeit und Durchhaltevermögen könnt ihr das locker schaffen!

Grundsätzliches

  • Professionelle Manga werden immer in Schwarz-Weiß gedruckt. In der Computersprache sagt man dazu auch „Bitmap-Modus“, wobei das nichts mit der Dateiendung Bitmap (.bmp) zu tun hat. Im Gegensatz zum Graustufen-Modus werden hier keine Schattierungen zwischen schwarz und weiß dargestellt, sondern wirklich nur reines Schwarz und reines Weiß.
  • Die Auflösung euerer Dateien sollte immer 1200 dpi betragen
    …oder einen ganzzahligen Teiler davon, also zum Beispiel 900 oder 600 dpi (aber nicht weniger als 600 dpi), falls ihr mit zu hoher Auflösung Rechnerprobleme bekommt.
  • Dies gilt für das Endformat!!!
    Ganz wichtig: bevor ihr also mit dem digitalen Rastern anfangt, bzw. eure in Graustufen gescannte (mit Hand gerasterte) Datei in den Bitmap-Modus umwandelt, müsst ihr unbedingt eure Maße umstellen. Also zum Beispiel von DIN A4 auf DIN B6 + Beschnittzugabe.
  • Apropos Beschnittzugabe:
    Die muss natürlich immer drauf. Beschnittzugabe (oder kurz: Beschnitt) nennt man einen Streifen Bild, der sich um eure gesamte Seite zieht. Im Normalfall ist er im Endformat (!) auf jeder Seite 3mm breit. Auf diesem Bildteil müsst ihr unbedingt alle Panels und Raster die über den Rand gehen weiterzeichnen. Der Beschnitt dient nämlich zur Sicherheit, falls beim Druck oder beim Schneiden der Seiten das Papier ein wenig verrutscht. Wenn ihr dann keine Beschnittzugabe hättet, könnte es sein, das ihr auf einer eigentlich am Rand schwarzen Seite einen hässlichen weißen Streifen hättet. Und das wollt ihr doch nicht oder?
  • Wichtige Bildteile und Schrift sollten nicht zu nahe am Rand liegen.
    Und das aus dem gleichen Grund, aus dem es auch Beschnittzugabe gibt: Wenn was verrutscht, schneidet’s euch wenn’s dumm geht etwas Wichtiges weg. Also hier am besten für wichtige Elemente auch 3 mm Abstand zum späteren Seitenrand halten!

Die Programme/Materialien

Ich benutze für meine Seitenbearbeitung die Adobe Creative Suite 3. Dieses Programmpaket ist ziemlich teuer, aber wenn ihr außerdem noch im Grafikdesign-Bereich tätig sein wollt, ist es praktisch sowieso ein Muss.

EDIT: Ich halte von Adobe und ihrem Cloud-Lizenzsystem nicht (mehr) viel und bin inzwischen auf Clip Studio Paint (ehemals Manga Studio) umgestiegen. Das macht die Seitenverwaltung und das Einsetzen und Austauschen von Rastern auch wesentlich leichter und ist auch viel viel günstiger.

Mein Scanner ist ein ziemlich billiger von Epson. Für Manga-Seiten ist es eigentlich ziemlich egal, was für einen Scanner ihr benutzt, weil er für eure späteren Schwarz-Weiß-Bilder sowieso keine hohen Anforderungen erfüllen muss.

Das Scannen

Für diesen ersten Teil der Seitenbearbeitung gibt es verschiedene Möglichkeiten, um zum gleichen Ziel zu kommen. Wenn ihr also einen anderen Weg als ich geht, muss das nicht unbedingt heißen, dass ihr etwas falsch macht. Fragt aber im Zweifelsfall lieber nochmal nach.

Ich gehe davon aus, dass ich eine DIN A4 (21 x 29,7 cm) große Seite scannen will, die später in DIN B6 (12,5 x 17,6) gedruckt werden soll.

Im Normalfall könnt ihr bei eurem Scanner (im professionellen, nicht automatischen Modus) die Ausgabegröße umstellen. Benutzt dies, wenn ihr die Seiten gleich im Bitmap-Modus einscannen wollt. (Und achtet, darauf, dass ihr dann schon den richtigen Scanausschnitt eingestellt habt.)

Da ich wie in meinem anderen Tutorial beschrieben meine Skizzen mit blauer Farbe mache, und da ich allgemein sehr gern eine exaktere Kontrolle über meine Daten haben will, als mit dem Scanprogramm, scanne ich meine Seiten im RGB-Modus (=24 Bit Farbe) ein. Das hat erstens den Vorteil, dass ich die Seiten nicht ganz so exakt in den Scanner legen muss, weil ich sie zur Not noch etwas drehen kann (<- das sollte man mit Bitmap-Seiten nicht machen) und zweitens kann ich die mit blauer Farbe geschriebenen Texte auf einer extra Ebene in der Datei behalten. Dadurch muss ich nicht immer die Originale rauskramen, wenn ich die Texte einfügen will, und übersehe nicht so leicht einzelne Soundwords o.Ä.

Wie auch immer. Wenn ihr eine B6-Seite mit 1200 dpi erhalten wollt, müsst ihr theoretisch eine A4-Seite mit ca. 715 dpi einscannen. Bei der Bitmap-Scan-Methode müsst ihr schauen, ob die dpi-Angabe bei eurem Scanprogramm die Ein- oder Ausgabe-dpi-Zahl erfasst. Bei der Farb-Scan-Methode ist es nicht ganz so wichtig, mit wie viel dpi ihr scannt, aber etwas mehr (z.B. 800 dpi) können nicht schaden. Ihr könnt dabei auch weniger als nötig nehmen, aber wenn ihr sehr fein zeichnet, wirkt sich das negativ auf die Strichqualität aus.

Die Bearbeitung

Ich erstelle mir für jede Geschichte einen „Rohling“ in Photoshop, also eine ganz normale TIFF-Datei in der schon die richtige Seitengröße und Auflösung, sowie Hilfslinien (oder gar ein ganzer Rahmen, mit dem man den Beschnitt abdecken kann <- Vorsicht in dem Fall: nie vergessen, ihn vor dem Druck auszublenden) und Ebenenordner für Raster und Text/Soundwords vorhanden sind. Beim Speichern des Rohlings gebe ich auch gleich bei Bildkomprimierung „LZW“ und bei Ebenenkomprimierung „RLE“ an. Das senkt die Dateigröße auf ein angenehmes Maß und das Speichern dauert nicht allzu lange. In diesen Rohling füge ich dann immer je eine Seite ein und speichere sie dann in der richtigen Nummerierung (z.B. „000_Cover“, „001_Kapitel1“).

Wenn das alles fertig ist, kann man die Seiten – falls noch nicht geschehen – mit der Tonwertkorrektur in schwarz-weiß umwandeln. Schiebt dazu einfach die kleinen Pfeilchen unten an dem Feld mit der Tonwertkurve nach innen. (Wenn ihr hier einfach den Modus auf Bitmap umstellen würdet, würden eure Ebenen, die ihr wahrschienlich noch braucht, verloren gehen.)

Danach könnt ihr noch kleine Säuberungen/Verbesserungen vornehmen und – falls ihr es nicht schon per Hand gemacht habt – Raster einfügen. Texte und eventuelle Soundwords könnt ihr entweder gleich in Photoshop einfügen oder dazu InDesign verwenden. Photoshop hat den Vorteil, dass ihr dann nur ein Programm für die Seiten braucht. Texte in InDesign bleiben aber selbst dann noch scharf, wenn ihr am Schluss doch noch irgendwas mit dem PDF verhaut. Solltet ihr eure Texte außerdem noch in eine andere Sprache übersetzen wollen, geht das mit viel geringerem Zeit- und Speicherplatzaufwand.

Wenn ihr mit euren Seiten zufrieden seid, wandelt sie in den Bitmap-Modus um und speichert sie in einem neuen Ordner(!). Wenn ihr sehr viele Seiten habt, könnt ihr solche Dinge auch mit einer Photoshop-Aktion automatisieren. (Achtet darauf, dass der Beschnitt-Rahmen ausgeblendet, falls ihr denn einen gemacht habt!)
Die Dateien, die dabei rauskommen, sollten im Normalfall nicht größer als ein Megabyte sein. Falls doch, überprüft noch einmal eure Einstellungen!

Die Druckdatei

Falls ihr das nicht schon für’s Texten gemacht habt, könnt ihr nun die fertigen Seiten in eine B6 große InDesign-Datei einfügen. Wenn ihr beim Datei erstellen „Mehr Optionen“ anklickt, könnt ihr die 3 Millimeter Beschnittzugabe rundherum einstellen. (Wie InDesign funktioniert will ich hier jetzt nicht genauer erklären. Vielleicht kommt noch mal ein Tutorial dazu, ansonsten gibt’s ja die Hilfe-Funktion.)

Druckereien verlangen normalerweise PDF-Dateien. Wenn also alle Mangaseiten mittig auf den InDesign-Seiten eingefügt sind und auch sonst alles passt, geht es an’s PDF-erstellen. Hier ist es wichtig, dass ihr genau darauf achtet, dass eure Mangaseiten am Schluss wirklich noch schwarz-weiß sind. PDF-Programme pfuschen da nämlich allzu gerne rein.
Über Datei -> Exportiern… -> Dateityp: Adobe-PDF kommt ihr in das PDF-Menü. Wählt oben bei der PDF-Vorgabe „PDF/X-3:2002“ aus. Das ist der momentane Druck-Standard. Stellt bei „Komprimierung“ an der Seite alles auf „keine Neuberechnung“, damit eure schwarz-weiß-Dateien am Schluss nicht Grau sind. Vergesst nicht, bei „Marken und Anschnitt“ eure Beschnittzugabe einzuschalten.
Theoretisch müsste jetzt alles klappen, wenn nicht, schreibt mir!

Wenn ihr eure Geschichte selbst über eine Druckerei drucken lasst und in japanischer Leserichtung zeichnet, vergesst nicht bei der Druckerei deswegen nachzufragen! Die sind’s normalerweise nicht gewohnt, Bücher „falsch herum“ zu drucken. Eventuell müsst ihr die Seitenreihenfolge für sie umkehren!

Zu guter Letzt

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen.
Falls ich irgendetwas vergessen habe, ihr Fehler entdeckt oder noch weitere Fragen habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar schreiben!

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Tutorials

Erstellen von eigenen Rastern mit Adobe Photoshop

ACHTUNG! Dieses Tutorial ist schon sehr alt. Schätzungsweise von 2010. Da es aber noch ab und zu aufgerufen wird, habe ich es mit auf meine neue Seite umgezogen. Vielleicht benutzt ja noch jemand so eine alte Photoshop-Version und im Prinzip hat sich auch am Vorgehen nicht viel verändert, außer dass mit Smart Objekten einiges leichter/übersichtlicher wurde.

In diesem Tutorial erfahrt ihr unter anderem, wie ihr eigene Graustufenraster, Pinselspitzen und Mustervorlagen in Adobe Photoshop erstellt um damit eure Manga- und Dojinshi-Seiten zu rastern. Dazu gehe ich noch auf das geschickte Arbeiten mit Ebenen und Ebenenmasken und einige tolle Effekte für Schriften ein.

Ich persönlich arbeite mit Photoshop CS3, so weit sie mir bekannt sind, werde ich aber auch auf ältere Versionen eingehen. Ihr solltet schon mal mit Photoshop gearbeitet haben, um das Tutorial zu verstehen, vertiefte Kenntnisse sind aber nicht nötig.
In diesem Tutorial werde ich mit der Preview-Seite zu meiner Kurzgeschichte „Drachenberg“ arbeiten. (Die Preview erschien in Band 3 der Shounen-Anthologie „Shounen Go! Go!“, die Geschichte wird in Band 4 erscheinen. *dezente Werbung*)
Ich habe die Seite schon richtig platziert, rein auf schwarze und weiße Pixel reduziert und mir Hilfslinien dort hin gezogen, wo später nach dem Drucken der Rand abgeschnitten wird. (Diese Beschnittzugabe braucht man, damit es später keine weißen „Blitzer“ am Rand gibt, wenn die Druckerei etwas schief schneidet.)

01_Rohseite

Wie ihr seht, habe ich durch Schwarzflächen und Schraffuren schon einiges an Grauwerten erzeugt. Idealerweise habt ihr schon so eine Seite vor euch liegen, bevor ihr mit dem Rastern anfangt, denn Raster sind keine ultimative Lösung für alle Zeichenprobleme! XD
Wichtig sind vor allem gut verteilte Schwarzflächen; die sollte man am besten schon in die Planung der Seite mit einbeziehen. (Bei Shojo-Mangas – also denen für Mädchen mit Liebe, Kitsch, usw. – ist ein guter Schwarz-Weiß-Ausgleich nicht ganz so wichtig, aber schaden kann er auf keinen Fall!)

Erstellen von Graustufenrastern

Beispiele für mögliche Ergebnisse:

Grauraster Beispiele

Hierfür müsst ihr ein neues Dokument in der gewünschten Rasterfolien-Größe erstellen.
Tipp: einfach mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug die Stelle markieren und dann beim Erstellen des neuen Dokuments bei der Vorgabe „Zwischenablage“ einstellen, dann habt ihr gleich die richtige Größe, Auflösung und den Farbmodus. Der Farbmodus sollte übrigens wie auch bei eurem Mangaseiten-Dokument auf „Graustufen“ stehen. (Zum Umstellen: Bild -> Modus -> Graustufen)

Stellt nun in eurem Farbwähler-Fenster einen hellen Grauton ein. (Ich persönlich würde nicht unter einen Wert von 75 L gehen.)

Screenshot Farbwähler

Füllt euer neues Dokument durch das „Fülleimer“-Werkzeug mit eurem Grauton (Farbverläufe funktionieren übrigens auch!) und wechselt bei „Bild -> Modus“ auf „Bitmap…“. Ein Dialogfeld erscheint. Die Auflösung könnt ihr gleich lassen und bei Methode könnt ihr jetzt einfach wild ‚rumprobieren!

So wurden meine Beispielraster erstellt:
(1) Halbtonraster, Rasterweite: 6 Linien/Zoll, Winkel: 0 Grad, Form: Abgerundete Kante
(2) Halbtonraster, Rasterweite: 12 Linien/Zoll, Winkel: 45 Grad, Form: Abgerundete Kante
(3) Halbtonraster, Rasterweite: 5 Linien/Zoll, Winkel: 0 Grad, Form: Linie
(4) Halbtonraster, Rasterweite: 15 Linien/Zoll, Winkel: 45 Grad, Form: Linie
(5) Halbtonraster, Rasterweite: 6 Linien/Zoll, Winkel: 0 Grad, Form: Quadrat
(6) Halbtonraster, Rasterweite: 6 Linien/Zoll, Winkel: 45 Grad, Form: Kreuz
(7) Diffusion-Dither
(8) Muster-Dither
(9) Eigenes Muster (aus Photoshop-Muster-Bibliothek)
(10) Eigenes Muster (aus Photoshop-Muster-Bibliothek)

Übrigens hatten alle meine Muster einen L-Wert von 83 und eine Fläche von 80×80 Pixeln.
Wie viele Linen pro Zoll ihr bei der Halbtonraster-Rasterweite einstellen müsst, hängt von der Größe eures Dokumentes und der gewünschten Rastergrobheit ab. Probiert es einfach aus!
Für die Rasterpunkte-in-Mangas-Zähler unter euch (zu denen ich zum Beispiel gehöre) kann man den Rasterweiten-Wert auch auf „Linien pro Zentimeter“ umstellen, wenn man damit besser klar kommt

Wie man die Raster dann in’s Bild einsetzt erkläre ich weiter unten!

Raster durch Pinselspitzen

Beispiele für mögliche Ergebnisse:

Pinselspitzen-Beispiele

Mit Pinselspitzen-Rastern könnt ihr vergleichsweise genau arbeiten. Sie eignen sich besonders gut für Glitzer-Raster oder offene Raster, die präzise an ein Stelle gebracht werden müssen.

Pinselspitzen-Raster werden im Prinzip immer auf die gleiche Weise festgelegt: Ihr erstellt euch ein neues Dokument, malt darauf die Form, die euer Pinsel später haben soll (oder fügt sie einfach ein) und legt dann über „Bearbeiten -> Pinselvorgabe festlegen…“ eine neue Pinselspitze fest. Diese taucht dann ganz unten in eurer Pinselspitzen-Liste auf. (Achtung: funktioniert erst ab PS6!)
Jetzt könnt ihr im Pinsel-Fenster (Das ist was anderes als die Liste; gibt’s erst ab PS7!) noch weitere Einstellungen vornehmen. Sehr praktisch sind die Einstellungen „Formeigenschaften“ und „Streuung“. (Die kann man übrigens nicht nur anhaken, sondern kommt auch noch zu weiteren Einstellungen, wenn man die Schrift direkt anklickt.) Wenn ihr ein Grafiktablett habt, könnt ihr zum Beispiel die Streuung auf „Steuerung: Zeichenstift-Druck“ stellen. Am besten ihr probiert mit den Einstellungen einfach herum, bis euch das Ergebnis gefällt.

So wurden einige meiner Beispielraster erstellt:

Gestrichel unten links:
Ich habe ein neues Dokument erstellt und mit dem Linien-Werkzeug vier Striche eingezeichnet und daraus eine neue Pinselspitze erstellt. Danach habe ich im Pinsel-Fenster nur unter „Pinselform“ den Abstand erhöht und bei „Formeigenschaften“ den Winkel-Jitter auf 30 % gestellt. Im Drop-Down-Menü im oben rechts im Pinsel-Fenster hab ich meine Einstellung dann als „Neue Pinselvorgabe“ gespeichert. Schon kann’s losgehen!

Glitzer-Eckchen:
Dafür habe ich in einem neuen Dokument mit einer weichen Pinselspitze einen Punkt gesetzt und das ganze wie bei den „Graustufenrastern“ beschrieben mit dem Diffussion-Dither auf schwarz/weiß reduziert. Dann habe ich mit dem Polygon-Lasso-Auswahlwerkzeug die Ecken und auch die Leuchtstrahlen markiert und mit der Entfernen-Taste gelöscht und das ganze wieder als Pinselspitze festgelegt. Noch ein paar kleine Pinsel-Einstellungen und fertig!

Schmetterlinge:
Diese Schmetterlinge sind tatsächlich schon vorgefertigte Pinselspitzen von Photoshop. Auch in der Pinselspitzen-Liste gibt es ein Drop-Down-Menü, in dem man sich andere Spitzen laden kann.

Häkeldeckchen:
Hierzu hab ich ein echtes Häkeldeckchen fotografiert und in Photoshop so eingestellt, dass der Hintergrund ganz schwarz und das Deckchen ganz weiß war. Dann habe ich die Farben umgekehrt und wieder eine Pinselspitze festgelegt. Dieses Raster wirkt besonders gut, wenn man es in weiß über ein anderes feines Raster legt.
Alle anderen Beispiele sind Varianten der oben genannten Methoden.

Raster durch Mustervorlagen
Beispiele für mögliche Ergebnisse:

Mustervorlagen-Beispiele

Diese Art von Raster wendet man mit dem Musterstempel-Werkzeug wie mit einem Pinsel an. (Es geht auch mit dem Füllwerkzeug, aber da könnt ihr gleich die Graustufen-Raster-Methode verwenden!) Seid vorsichtig damit, denn es entstehen leicht solche kleinen Blitzer wie beim mittleren Beispiel! Die mögen auf dem Bildschirm nicht groß auffallen, aber im Druck sehen sie oft katastrophal unsauber aus.
Solche Raster würde ich nur für sehr kleine Stellen wie Accessoires oder Hautschatten in kleinen Bildern verwenden.
Achtet darauf, dass beim Musterstempel-Werkzeug oben in der Leiste das Häkchen für „Ausger.“ an und das „Impress.“-Häkchen aus ist!

So wurden meine Beispielraster erstellt:

Links:
Das ist einfach ein Muster aus der Photoshop-Musterbibliothek.

Mitte:
Ich habe ein 8×8 Pixel großes Dokument erstellt, und es mit dem Buntstift-Werkzeug so angemalt:

Muster-Vorlage

Es ist wichtig, dass das Muster, dass ihr hier erstellt, symmetrisch ist. In der vertikalen Mitte grenzen beide „Punkte“ aneinander, also müssen sie auch beide an den Rand grenzen, etc. Wenn ihr fertig seid, legt das Muster unter „Bearbeiten -> Muster festlegen“ fest. Danach könnt ihr es wie die anderen Muster verwenden!

Rechts:
Die beiden rechten Muster habe ich wie das mittlere erstellt, nur dass ich einfach nur Linien in mein kleines Dokument gezeichnet habe.

Jetzt kennt ihr die drei Grundmöglichkeiten, mit Photoshop Raster zu erstellen. Eine vierte Möglichkeit ist, einfach bestehende Raster aus dem Internet herunterzuladen (Vorsicht vor Copyrightverletzungen!) oder eigene Raster (ob selbst gezeichnet oder gekauft) einzuscannen und sie in eurem Mangaseiten-Dokument zu platzieren.

Einfügen der Raster in die Manga-Seite

Wenn ihr schon mal dabei seid, das Rastern am PC zu lernen, könnt ihr euch auch gleich eine saubere Dateistruktur angewöhnen. Das mag vielleicht etwas lästig erscheinen, aber kann einem ziemlich viel Zeit ersparen, wenn man im Nachhinein noch Änderungen machen muss.
Ich baue die Ebenen meiner Manga-Seiten immer so auf:

Ebenen-Fenster

Die Ebene 1 enhält die gescannte Manga-Seite. Ihr Modus (wo jetzt „Normal“ steht) ist auf „Multiplizieren“ eingestellt. Dadurch sieht man die Raster, die in dem Ordner darunter liegen, obwohl das Weiße von Ebene 1 sie normalerweise überdecken würde.
In den Ordner „Schrift“ kommt logischerweise später mal der Text und „RAND“ ist dazu da, die Beschnittzugabe außen herum abzudecken, damit man das Endergebnis schon mal sehen kann. Ich habe es groß geschrieben, damit ich nicht vergesse, es für den Druck auszublenden.
(Die Ebenenordner gibt es leider erst ab Version CS – vielleicht sogar erst ab CS2, ich weiß es nicht mehr genau.

Nun kann’s ans eigentliche Rastern gehen!

Graustufen-Halbtonraster

Diese beiden Bilder sollten einfache Schattierungen erhalten. Dazu habe ich zwei Halbtonraster mit „abgerundeter Kante“ in das Dokument eingefügt und grob zurechtgeschnitten.
Achtet darauf, dass die Punkte nicht so grob sind dass die eure Linien stören!
Seht nur, ich habe sogar ganz brav meine Ebenen nach den Rasterwerten benannt, damit ich später nachvollziehen kann, was ich da eigentlich angestellt habe! (Ihr könnt die Ebenen natürlich auch nach den Panels oder ihrem Zweck benennen, wie ihr wollt!)

Für die Feinarbeit benutze ich Ebenenmasken. (Die sind noch recht neu! Ab Version CS2 oder CS3!)
Mit ihnen kann man Teile der Ebenen abdecken, ohne ihre Bildinformationen zu verlieren. Das heißt im Endeffekt, dass man Teile vom Raster wegradieren, und wenn nötig wieder „hinradieren“ kann.

Es gibt noch die Alternative, statt der Ebenenmasken einfach mit ALT-Klick zwischen zwei Ebenen eine auf die andere anzuwenden. (Funktioniert allerdings ein bisschen anders.) Da ich aber nicht weiß, ab wann diese Möglichkeit zur Verfügung steht, kann ich nicht sagen ob es eine echte Option für die Nutzer von niedrigeren Versionen ist.

Ebenenmasken

Achtet darauf, dass ihr nicht nur die Ebene, sondern immer auch die Ebenenmaske markiert habt. Sonst kann es passieren, dass ihr ausversehen doch Teile eures Rasters entfernt.
Große Flächen des Rasters habe ich mit dem Polygon-Lasso-Auswahlwerkzeug markiert und entfernt. Wenn ihr die Löschen-Taste drückt, während ihr euch in der Ebenenmaske befindet, nimmt der ausgewählte Bereich die eingestellte Hintergrundfarbe an. (In Ebenenmasken ist standardmäßig die Vordergrundfarbe weiß und die Hintergrundfarbe schwarz. Alles „Schwarze“ wird ausgeblendet. Richtige „Farben“ im klassischen Sinne gibt es nicht.)
Für feinere Teile wie die Haut des Jungen habe ich (immer noch in der Ebenenmaske) einen feinen schwarzen Buntstift-Pinsel genommen und damit den Übergang erstellt. Das ergibt den typischen Effekt des „Auskratzens“ bei herkömmlicher Rasterfolie. Genau so wie das Polygon-Lasso am besten Schnitte mit dem Cutter-Messer imitiert.

Auf dieser Seite habe ich eigentlich kein Pinselspitzen-Raster verwendet, aber ich tue jetzt einfach mal so, als hätte ich es:

Pinselspitzen-Raster

Ich habe auf einer neuen Ebene einfach das Raster grob aufgetragen (auch mit einzelnen Klicks, damit es oben schön locker wird).

Pinselspitzen-Raster frei

Die Überstehenden Flächen habe ich diesmal einfach so ausradiert. Da dies kein regelmäßiges Muster ist, fällt es nicht so sehr auf, wenn man mal doch noch was dazu zeichnen muss.
Schon hat man den perfekten Düsternis-Waber-Effekt!^^

Muster-Raster

Der anrückenden Armee habe ich auch noch leichte Raster verpasst, um sie noch etwas plastischer wirken zu lassen. Dies ist einer der Fälle, bei denen man Mustervorlagen-Raster gut verwenden kann. Hier gibt es nur kleine Flächen, bei denen es nicht auffällt, wenn mal ausversehen kleine Lücken im Raster entstehen. Außerdem kann man mit dem Musterstempel hier ziemlich schnell arbeiten.

Rasterfolie Deleter

Danach habe ich noch Rasterfolien von Deleter, die ich mir mal gekauft und eingescannt habe, eingefügt. Das funktioniert genau so wie bei den selbstgemachten Graustufenrastern.

So sieht jetzt die fertig gerasterte Seite aus:

fertig gerasterte Seite

Schriften

(Wenn man den Druck der Schriften extra-scharf haben will, sollte man sie nicht in Photoshop, sondern in einem Layout-Programm wie InDesign setzen. Der Unterschied fällt aber wahrscheinlich nur Profis auf.)

Jetzt setze ich die Schrift und schiebe sie an die passenden Stellen. Normalerweise sollte bei Mangas/Comics die Textausrichtung immer „zentriert“ sein.

So weit, so gut. Oft muss die Schrift aber auf dunkle – oder schlimmer noch: gemusterte Hintergründe. Da hilft nur eine Outline. Mit Doppelklick auf eine leere Stelle im Ebenen-Fenster (auf der gewünschten Ebene) kommt man in das Ebenenstil-Menü. Dort kann man am einfachsten mit einer Kontur („Position muss auf „Außen“ stehen, das Farbfeld auf Weiß bzw. Schwarz; in die Einstellungen kommt man wie immer durch Klicken auf die Schrift) oder auch mit einem „Schein nach außen“ („Überfüllen“ muss auf 100% stehen) eine Outline erzeugen.

Schrift Outline

Da ich für die Preview-Seite einen etwas dramatischeren Effekt haben wollte, habe ich hier bei „Schein nach außen“ bei der Füllmethode „Sprenkeln“ angegeben. (Dafür muss dann der Überfüllen-Wert wieder runtegeschraubt werden.)
So sieht die Schrift dann aus:

Schrift Outline Dither

Der Titel der Geschichte und so eine Art Catchphrase sollten in dem Schwert, dass der Junge am Schluss hält, stehen.

Schrift gedreht

Wenn ich den Text aber einfach so einfüge und drehe, sieht er irgendwie krumm und unpassend aus. Das liegt daran, dass er nicht den Linien des Schwertes, die nach links hin breiter werden, folgt.

Schrift verzerrt

Deshalb habe ich hierfür das „Text verkrümmen“-Fenster verwendet (erscheint in der oberen Leiste im Schriftmenü).
Es ist nur eine kleine Veränderung, aber es sieht gleich passender aus. Diesen Effekt sollte man sowieso nicht zu weit dehnen (im wahrsten Sinne des Wortes), weil er sonst schnell plump und unpassend wirken kann

So sieht nun meine fertige Seite aus.

fertige Seite

Damit ist nun auch dieses Tutorial beendet. Ich hoffe, ihr seid bei dem langen Text nicht eingeschlafen und habt auch noch was daraus gelernt!^^

Gibt’s noch irgendwelche Unklarheiten? Etwas das ihr noch gerne wissen würdet? Habt ihr zum Beispiel noch Anmerkungen wegen den verschiedenen Photoshop-Versionen oder anderes? Rechtschreibfehler?
Schreibt mir einfach einen Kommentar!

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Tutorials

Vorzeichnungen mit blauer Farbe (inklusive Weiterbearbeitung)

ACHTUNG! Dieses Tutorial ist schon sehr alt. Schätzungsweise von 2010. Da es aber noch ab und zu aufgerufen wird, habe ich es mit auf meine neue Seite umgezogen.
(Eine kleine Klarstellung: Dieser Trick funktioniert nur bei Outlines bzw. rein schwarz-weißen Bildern gut.)

Sieht euer Papier nach dem Radieren auch immer so aus?

Knitter

Oder nervt es euch einfach, so lange dutzende Seiten am Stück abzuradieren, bis euch der Arm abfällt?
Dann könnte diese Technik hier etwas für euch sein!

Der Geheimtipp unter radiermüden Mangazeichnern ist es, ihre Seiten nicht wie normalerweise mit Bleistift, sondern mit blauem Buntstift zu vorzuskizzieren. Später bei der Bearbeitung am Computer (oder ursprünglich: dem Kopieren) kann man dann alle blauen Elemente des Bildes entfernen und hat nur noch die schwarzen Outlines.

(Es gibt übrigens auch noch die Altenative, die Skizze ganz normal mit Bleistift zu machen, einzuscannen, am PC blau zu färben und wieder auszudrucken. Das ganze ist etwas aufwändiger, hat aber für einige Zwecke seine Vorteile.)

Die Materialien

Materialien

Als erstes braucht ihr natürlich mal einen blauen Stift zum Vorzeichnen. Ich benutze für meine Zeichnungen blaue Druckbleistifminen (1). So weit mir bekannt ist gibt’s die von zwei Marken. Nämlich „Mars micro color“ von Staedtler und „TK-Color“ von Faber Castell. Da beide aber schwer zu bekommen (und in Einzelpackungen auch noch recht teuer) sind, empfehle ich euch, mit ganz normalen blauen Buntstiften (2) anzufangen. Wichtig ist, dass diese nicht zu grob sind, damit man sie wieder wegradieren kann und sie das Blatt auch nicht tuscheabweisend machen. Aquarellbuntstifte würde ich auch nicht verwenden. Benutzt einen weichen Radiergummi (6) (bei mir: „Pelikan AL 20“), wenn ihr radiert.

EDIT: Inzwischen ist es leichter, an Farbminen oder -stifte ran zu kommen. Ich benutze aktuell Prismacolor Col-Erase als Farbstifte oder Minen von Pilot Color Eno oder Mitsubishi Uni Color. Die lassen sich viel leichter radieren.
Meine Lieblings-Radiergummi-Sorten sind jetzt Tombow Mono und Staedtler Mars plastic. Die sind noch etwas schonender zum Papier und machen weniger Krümel.

Nummer (3) und (4) sind ein weißer Gelstift und ein schwarzer Pinselstift (mit Pinselhaaren als Spitze, von Pentel). Die brauche ich später für kleine Ausbesserungen bzw. große schwarze Flächen und Effekte.

Zum Tuschen benutze ich die drei japanischen Federn Maru-Pen, Saji-Pen und G-Pen (v.l.n.r.) (5). Mit feinen Multilinern/Finelinern gibt es bei dieser Technik eventuell Schwierigkeiten, weil der Buntstiftstaub auf Dauer die Poren der Stifte verstopft.
Ich komme mit der ganz normalen Tusche (7) von Pelikan zurecht, wer’s etwas exquisiter haben will, kann sich ja welche von der Marke Deleter bestellen.

EDIT: Inzwischen verwende ich Schmincke Aero Color als Tusche. Die ist wasserfest (aber nicht alkohol-/copicfest) und verläuft kaum.

Das Taschentuch (8) solltet ihr immer dabei haben, um eure Federn (und evtl. auch den Gelstift) abzuwischen und größere Unfälle wie tropfende Federn oder umfallende Tuschefässer abzumildern. Den Spitzer (9) braucht ihr natürlich nur, wenn ihr mit normalen Buntstiften arbeitet.

Welches Papier (10) ihr verwendet ist eventuell auch wichtig. Je feiner das Papier, desto öfter kann man darauf Radieren und desto weniger läuft auch die Tusche später in die Papierfasern. Ich benutze Farblaser-Papier (ColorCopy von Schneider) in Stärken von 100 bis 250 g/qm.

Natürlich braucht ihr auch noch einen PC mit Scanner und idealerweise ein gutes Bildbearbeitungsprogramm wie zum Beispiel Photoshop oder auch Gimp.

Die Skizze

Skizze

Die Skizze könnt ihr eigentlich wie gewohnt machen, nur dass ihr eben blauen Stift statt Bleistift benutzt.
Ich hab mal eine Illustration zu meinem Manga „Yume Tales“ (in Planung) als Beispiel genommen.
Dazu ist zu sagen, dass ich zwar grundsätzlich ein Skizzen-Grobmotoriker bin, weshalb auf der Skizze ein ziemliches Wirrwar herrscht. Die blaue Farbe trägt allerdings auch dazu bei, da sie sich (vor allem beim Druckbleistift) selten vollständig ausradieren lässt.

Das Tuschen

Danach könnt ihr auch schon gleich mit dem Tuschen loslegen!
Wie gesagt, solltet ihr mit Multilinern/Finelinern vorsichtig sein, da die Poren durch den Buntstiftstaub verstopfen können. Am besten benutzt ihr also Tusche und Feder.
Am Schluss sieht das Bild vielleicht so aus:

Getuscht

Und wie gehen jetzt die blauen Linien wieder weg?

Die Bearbeitung

Das kommt jetzt natürlich auf eure technischen Möglichkeiten an. Im Idealfall habt ihr Photoshop, dann ist das alles kein Problem. Ich fange jetzt mal mit der primitivsten/einfachsten Methode an:

Scannen im Schwarz-Weiß-Modus (auch Bitmap-Modus genannt)

Hier kommt es natürlich auch wieder darauf an, was für ein Scanprogramm ihr habt. Die meisten sind ursprünglich auf einen automatischen Modus eingestellt, bei dem man einfach nur einen Knopf drücken muss und der Scanner scannt das Bild wie er es für richtig hält. Wenn das bei euch eingestellt ist, müsst ihr zunächst in den professionellen Modus (oder wie auch immer er sich bei euch nennt) wechseln.

Hier habt ihr viel mehr Möglichkeiten, unter anderem die Kategorie „Bildtyp“ oder „Farbmodus“ oder irgendwas mit ähnlichem Namen. Stellt den auf Schwarzweiß um und die Auflösung auf 1200 dpi. Mit der Schwellenwert-Einstellung könnt ihr noch ein bisschen rumspielen, falls man das Blaue doch noch etwas sieht.

Scanprogramm

Photoshop

Ich habe gerne etwas mehr Kontrolle über das was mein Programm macht, weil ich auch recht stark aufdrücke und meine blauen Stellen deshalb recht dunkel sind. Deshalb benutze ich die Photoshop-Funkion „Farbe ersetzten“. Das hat auch den Vorteil, dass man sich in einer Zusatzebene die mit blau geschriebene Schrift erhalten kann, wodurch man für’s Lettern (also Schrift einfügen) nicht extra die Originalseiten braucht.

EDIT: Auch hier hat sich inzwischen mein Workflow etwas geändert. Ich benutze jetzt die Selektive Farbkorrektur (als Korrekturebene) und ziehe die Blau- und Cyan-Farbanteile aus dem Bild heraus. Beides funktioniert, aber die neue Methode ist bequemer.

Scannt das Bild ganz normal im RGB-Modus ein und klickt auf „Bild“ -> „Anpassungen“ -> „Farbe ersetzen…“

PS Farbe ersetzen

Jetzt wechselt ihr den Pipetten-Modus auf „+“ und kickt auf eurem Bild alle blauen (und weißen) Stellen an. Die Toleranz sollte relativ weit unten stehen, damit ihr nicht ausversehen graue Stellen mitmarkiert. Stellt bei „Ersetzung“ die Helligkeit auf „+100“ damit alle markierten Stellen weiß werden und – voilà – schon ist das Blau verschwunden!

Danach solltet ihr übrigens noch eine Tonwertkorrektur oder einfach Helligkeit/Kontrast-Einstellung machen, damit alles Schwarze auch wirklich richig schwarz ist.

Nun kommen wir zu der kostenlosen Alternative zu Photoshop, nämlich

Gimp

Wie gesagt benutze ich Gimp fast nie, weil ich ja Photoshop habe und das viel toller ist und so, aber das hier ist die beste Möglichkeit, die ich bis jetzt gefunden habe:
Wählt das Werkzeug „Nach Farbe ersetzen“ in eurem Werkzeugkasten aus, stellt den Modus auf addieren (und die Kantenglättung aus, das hab ich auf dem Bild vergessen) und stellt bei „Auswählen nach“ „Blau“ ein, damit es die Pixel nach ihrem Blaugehalt auswählt. Dann klickt wieder auf eine oder mehrere blaue Stellen im Bild um sie auszuwählen. (Kann je nach Bildgröße ziemlich lange dauern!)

Wenn alles zu eurer Zufriedenheit ausgewählt ist, wechselt in den Füllen-Modus, stellt die Schwelle ganz hoch und füllt den markieten Bereich mit Weiß.

Gimp Farbe auswählen

Auch hier müsst ihr wohl mit „Farben“ -> „Werte“ oder ähnlichem das Schwarz noch richtig schwarz stellen.

Am Schluss sieht das Bild so aus und ist fertig zum Rastern oder Colorieren oder was auch immer ihr damit machen wollt!

fertiges Bild

Damit hat auch dieses Tutorial ein Ende. Ich hoffe, es hat euch geholfen!

Gibt’s noch irgendwelche Unklarheiten? Etwas das ihr noch gerne wissen würdet? Rechtschreibfehler? Schreibt mir einfach einen Kommentar!

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